BEZUG: GN-Artikel „Sozialdemokraten: Mehr Beteiligung durch Jugendforen“ vom 13. März 2011
Die grundsätzliche Idee, die die SPD mit ihren Vorschlägen verfolgt, ist absolut unterstützenswert und notwendig: Kinder und Jugendliche sollen stärker in die Mitgestaltung und auch in die Entscheidungsfindung der Kommunalpolitik eingebunden werden. Mehr Beteiligung für Jugendliche ist ein effizientes Mittel gegen die viel diskutierte Politikverdrossenheit der jungen Generation. Wenn wir es nicht schaffen, junge Menschen dafür zu begeistern, sich mit Themen der Kommunalpolitik zu beschäftigen, dann lassen wir es geschehen, dass sich die Demokratie ihrer eigenen Zukunft beraubt.
Deshalb ist es in jedem Fall richtig, sich grundsätzliche Gedanken über mögliche Beteiligungsformen zu machen. Welche Beteiligungsformen besonders lohnenswert sind, das kann man freilich auch anders sehen als die SPD-Fraktion in ihrem Antrag. Jugendforen und Beteiligungsprojekte erscheinen aufgrund ihrer Konkretheit und der Spontaneität der Beteiligung, die sie ermöglichen, als ein möglicher Weg, Jugendliche zur Partizipation zu ermutigen. Warum die SPD darüber hinaus die Idee eines Jugendparlamentes ablehnt, wird dagegen nicht hinreichend deutlich.
Diese Beteiligung mag finanziell etwas aufwändiger sein, jedoch ermöglicht ein Jugendparlament die dauerhafte und kontinuierliche Auseinandersetzung mit Kommunalpolitik und kann den Jugendlichen eine Stimme geben. Mithilfe eines Kinder- und Jugendparlamentes, wie es beispielsweise schon seit einigen Jahren in Lingen mit großem Erfolg arbeitet, wird jungen Menschen Raum für die Entfaltung ihrer politischen Meinungsbildung geschaffen und als Jugendlicher erlernt man gezielt, wie Demokratie funktioniert. Das gilt nicht nur für die Mitglieder der Jugendparlamente, sondern auch schon für deren Wähler.
Es wäre sachgerecht, wenn die SPD ihre Meinung zu diesem Punkt noch einmal diskutieren würde. Es erscheint lohnenswert angesichts der absolut richtigen Grundüberzeugung, die hinter den Forderungen steht und angesichts des Potenzials, das ein Kinder- und Jugendparlament für alle Beteiligten bietet.

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